Corona - die Ursachen der KriseCorona-Viren sind nicht neu. Sie lassen sich mit einer Vielzahl von Erkrankungen bei Menschen und Tieren in Verbindung bringen. Die aktuelle Pandemie mit derzeit schon fast 2 Millionen bestätigten Erkrankungen lässt sich jedoch auf eine neue Variante des Virus zurückführen. Woher kommt das Virus, wie ist es entstanden?

Woher kommt das Virus?

Allen Verschwörungstheoretikern können wir eine ganz klare Absage erteilen: Gerüchte, dass dieses Virus im Labor durch Menschen manipuliert wurde, ließen sich durch den Genomvergleich widerlegen. Dennoch kommt die aktuelle epidemische Verbreitung mit einer Variante dieses Virus für viele Fachleute nicht wirklich überraschend. So wird dessen Herkunft mit einem Fischmarkt im chinesischen Wuhan in Verbindung gebracht. Dennoch ist es eher abwegig, diese Frage mit der Überführung der vermeintlichen Schuldigen abzuhaken, um dann nach der Seuche wieder in den Alltag zurückzukehren.Nach den jetzigen Erkenntnissen ist davon auszugehen, dass das Virus „SARS-CoV-2“, durch das die Lungenerkrankung „Covid 19“ verursacht wird, wohl schon vorher vorhanden war und ggf. über einen oder mehrere Zwischenwirte den Sprung vom Tier zum Menschen geschafft hat.

Übertragbar zwischen Tier und Mensch

Krankheiten die sich zwischen Menschen und Tier übertragen, werden als Zoonosen bezeichnet. Wie auch bei vielen anderen Zoonosen (z.B. Ebola, Nipah-Virus, Marburg-Virus) wird auch die Fledermaus mit der Übertragung dieser Krankheit auf den Menschen in Verbindung gebracht. Diese Tiere sind das aber ganz bestimmt nicht schuld. Es handelt sich hier vielmehr um ein altbekanntes Problem: Seit der neolithischen Revolution, also seitdem die Menschen anfingen, Lebensräume massiv zu verändern, kam es zur Übertragung von Tierkrankheiten auf den Menschen. Masern, TBC, Keuchhusten und die bei uns altbekannte Grippe sind allesamt Zoonosen. Große Tierpopulationen mit geringer genetischer Vielfalt (auch) innerhalb einer Art und der schnelle Durchsatz der Tiere in der Massentierhaltung verschärfen das Problem ebenso wie die sogenannten „Wet-Markets“, auf denen die unterschiedlichsten lebenden oder frisch geschlachteten Tiere dichtgedrängt verkauft werden.

Die Mitverantwortung der Menschen

Eine der Hauptursachen der scheinbar immer häufiger vorkommenden, teils auch epidemisch verlaufenden Zoonosen liegt aber in der zunehmenden Zerstörung bzw. Umwandlung der Lebensräume durch den Menschen. Dabei spielt die Zerstörung von Wäldern eine ganz herausragende Rolle. So trat beispielsweise die meist tödlich verlaufende Krankheit Ebola verstärkt in Gebieten auf, in denen kurz zuvor in großem Stil gerodet wurde. Dort zwangen die Rodungen verschiedene Fledermausarten dazu, auf die Früchte von Bäumen der dortigen Farmen und Gärten auszuweichen. Der häufige Kontakt des Menschen mit den ursprünglichen Wirten dieser Krankheit oder deren Rückständen begünstigte den Sprung des Virus vom Tier zum Menschen.
In den letzten Jahrzehnten tauchten in den verschiedensten Regionen unseres Planeten Hunderte von Krankheitserregern auf. Mehr als die Hälfte von ihnen stammen von Tieren ab, wobei es sich zumeist um Wildtiere handelt.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit lässt es sich darum sagen, dass die aktuelle Pandemie nicht die letzte sein wird. Im Gegenteil, die rasante Zerstörung der Lebensräume, vor allem der Wälder, sei es durch Rodungen oder den Klimawandel lässt ahnen, welcher unkalkulierbaren Gefahr wir hierdurch ausgesetzt sind.

Obgleich wir diesen Gefahren ausgesetzt sind, sind wir nicht wehrlos: Neben der Schaffung eines wirklich gemeinnützigen, besser ausgestatteten Gesundheitssystems ist es an uns, der Zunahme dieser Zoonosen entgegenzuwirken:
Dafür müssen wir weg von den Massentierhaltung, den großen Agrarfabriken und der Zerstörung der Lebensräume.
Des Weiteren müssen wir unsere Bemühungen im Kampf gegen den Klimawandel, einer der Hauptursachen von Lebensraumzerstörung, um ein vielfaches verstärken.

Die Kölner LINKE kämpft für Biodiversität und gegen den Klimawandel. Sie hat dies in vielen Anträgen und Anfragen, teils gegen den Widerstand aller im Rat vertretenden Parteien, glaubhaft verdeutlicht. Unser nächstes großes Ziel auf diesem Weg ist ein klimaneutrales Köln bis zum Jahr 2030. Das mag ehrgeizig klingen, ist aber unser logischer Beitrag zur Erfüllung des Pariser 1,5 Zieles.

Gernot Schubert

Gernot Schubert ist stellvertretender Sprecher der Kölner LINKEN. 

Namentlich gezeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Position der Kölner LINKEN oder der Redaktion wieder.