Kreisverband Köln

960 Ablehnungen an Gesamtschulen in Köln

Köln braucht jetzt dringend neue Gesamtschulen!

960 Kinder möchten auf Gesamtschulen in Köln und dürfen es nicht, weil nicht genügend Plätze da sind. Am 22.02. hat die Stadt die Anmeldezahlen für das 5. Schuljahr an den städtischen Gesamtschulen veröffentlicht.Bei 3.066 Anmeldungen werden 960 Kinder abgelehnt. Das ist ein trauriger Rekord! Die Eltern werden an ein Gymnasium, eine Haupt- oder Realschule verwiesen.

Im Jahr 2016 konnten 780 Kinder in Köln keine Gesamtschule besuchen. 2017 waren es immer noch 730 Kinder. Dabei hat sich die Stadt die Zahl der Gesamtschulplätze seit 2016 um 350 erhöht. Seit 2007 sind es sogar 840 Plätze mehr in Köln.

Der Andrang bei den Gesamtschulen in Köln ist so groß wie nie. Immer mehr Eltern wollen ihr Kind zur Gesamtschule schicken.

Dazu meint Heiner Kockerbeck, bildungspolitischer Sprecher der LINKEN im Rat:

„Eltern wollen zunehmend diese sozial integrative Schulform für ihr Kind. Doch wenigen Gesamtschulen steht in Köln fast die fünffache Zahl an Gymnasien, Real- und Hauptschulen gegenüber. Alle Ratsparteien müssen die Wünsche der Eltern endlich respektieren und neue Gesamtschulen gründen.“

Im Schuljahr 2018/2019 gibt es in Köln 16 Gesamtschulen. 13 davon sind städtisch. Und es gibt 78  Realschulen, Hauptschulen und Gymnasien. Davon sind 69 städtisch.

„Gesamtschulen fehlen überall“, so Kockerbeck,„am meisten in den Stadtbezirken Innenstadt, Lindenthal und Nippes. Gesamtschulen wurden in den letzten 30 Jahren meist nur gegründet, wenn  Elterninitiativen einen Rechtsanspruch auf eine Gesamtschule durchsetzten, wie zuletzt in Dellbrück und Longerich. Die Gymnasiallobby der Stadt hat den Gesamtschulen zu lange Steine in den Weg gelegt.“

Im Schuljahr 2018/2019 gibt es in Köln 16 Gesamtschulen (davon 13 städtische) und insgesamt 78 Schulen des traditionellen dreigliedrigen Schulsystems, also Realschulen, Hauptschulen und Gymnasien (davon 69 städtische).

Bezirksvertretung Nippes im Rückwärtsgang

In eine ganz andere Richtung ging dagegen kürzlich die Diskussion in der Bezirksvertretung Nippes. In der Planung der Stadt von 2016 ist an der Schmiedegasse eine Gesamtschule vorgesehen. Doch die Schuldezernentin hatte da im Januar ein Fragezeichen dran gesetzt. Hintergrund ist der gestiegene Raumbedarfs durch ein Zurück zu G9 an den Gymnasien. Nun haben CDU, FDP, Grüne und SPD in Nippes Anfang Februar beschlossen, die bereits geplante Gesamtschule nochmal in Frage zu stellen. Es soll eine erneute Elternbefragung in Nippes geben, ob dort eine Gesamtschule oder nicht doch ein Gymnasium zu bauen sei. DIE LINKE sprach sich entschieden für eine Gesamtschule an der Schmiedegasse aus.