AG "Innerparteiliche Schulung und Bildung"

Ansprechpartner: Alexander Recht

alexander.recht@die-linke-koeln.de

Reale Utopien

Der vor einem Jahr verstorbene marxistische Soziologe Erik Olin Wright stellt in seinem 2017 im Suhrkamp-Verlag erschienenen Buch Reale Utopien Wege aus dem Kapitalismus vor. Auf diesen Wegen soll ein sozialistischer Kompass hilfreich sein. Damit meint er Prinzipien, die uns sagen, ob wir uns in die richtige Richtung bewegen. (mehr …)

Emanzipatorische Projekte als reale Utopien

Eric Olin Wrights Vorschläge für Wege aus dem Kapitalismus

Seit 150 Jahren scheitern bislang alle Versuche, den Kapitalismus revolutionär oder durch Reformen zu überwinden. Stattdessen machen uns die destruktiven Seiten des Kapitalverhältnisses für Mensch und Natur, teils immens gesteigert, zu schaffen.

Der amerikanische Soziologe Eric Olin Wright beharrt dennoch darauf, dass eine andere Welt jenseits des Kapitalismus möglich und nötig ist. Dafür müssen wir uns jedoch mit den gescheiterten Strategien auseinandersetzen und sie kritisch reformulieren.

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Bericht zur Veranstaltung über die Grundrententheorie

Am 19.09. führte die AG “Innerparteiliche Schulung und Bildung” im Wahlkreisbüro von Matthias W. Birkwald eine mit 17 Teilnehmenden gut besuchte Veranstaltung zur marxistischen Grundrententheorie durch. Es referierte zum Thema Hans Günter Bell, Sprecher der Kölner LINKEN, der seinen sehr spannenden und anschaulichen Vortrag hier zum Download zur Verfügung stellt.

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Die marxistische Grundrententheorie. Eine Einführung

Es fehlt an preiswerten Wohnungen, die Mieten steigen und Mieter*innen werden aus ihren Wohnungen verdrängt. Als Lösung wird „Bauen, bauen, bauen!“ angeboten. Aber reicht das? Oder verschärft dieser Ansatz sogar das Problem? (mehr …)

“Marx in Kürze”: Veranstaltungen zu “Natur” und “Finanzialisierung”

Zwei weitere Themenabende

In den letzten Monaten haben wir als AG “Innerparteiliche Schulung und Bildung” unter dem Titel “Marx in Kürze” drei einführende Schulungsveranstaltungen durchgeführt: zum Marxschen und marxistischen Geschichtsverständnis; zur Marxschen und marxistischen Klassentheorie; zur Marxschen Kritik der politischen Ökonomie.

Wir möchten diese Veranstaltungsreihe mit zwei weiteren Themenabenden fortsetzen, die beide im WK-Büro von Matthias W. Birkwald, Severinswall 37, 50678 Köln, stattfinden werden.

Am Montag, 29.10.2018, 19:30 Uhr referiert Dr. Manuel Kellner zum Thema “Natur und Scheinnatur bei Feuerbach und Marx”.

Am Montag, 10.12.2018, 19:30 Uhr referiert Dr. Michael Schwan zum Thema “Der Aufstieg des Finanzsektors: Zur politischen Ökonomie der Finanzialisierung”.

Bedeutung des Natur- und Umweltthemas

Die Diskussionen um den jüngsten Weltklimabericht genauso wie die Auseinandersetzungen um den Hambacher Wald belegen die Bedeutung der Fragen von Natur und Umwelt. Der thematische Zugang unserer Partei DIE LINKE hebt sich von anderen Parteien durch zwei Besonderheiten ab:

Erstens versuchen wir dem Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Natur/Umwelt kritisch auf die Spur zu kommen. Zweitens kämpfen wir für einen sozial-ökologischen Umbau der Gesellschaft, bei dem weder die Interessen der Beschäftigten noch die Belange von Natur und Umwelt zu kurz kommen.

Manuel Kellner wird sich dem Thema durch Bezug auf Schriften von Ludwig Feuerbach und Karl Marx widmen.

Natur und Scheinnatur bei Feuerbach und Marx

Für den Philosophen Ludwig Feuerbach war der Gott der monotheistischen Religionen einerseits die Selbstvergöttlichung von Staatsvölkern oder Nationen, andererseits die unbewusste Verehrung der als einheitliche Natur begriffenen Naturkräfte, von denen die Menschen abhängig und deren unablöslicher Teil sie sind. Die Begeisterung für die Natur wollte Feuerbach – bei Abstreifen ihrer religiösen Hülle – erhalten wissen.

Karl Marx hatte die Feuerbachsche Religionskritik aufgegriffen und in die Kritik unmenschlicher gesellschaftlicher Verhältnisse überführt. In seiner Kritik der politischen Ökonomie zeigte er, wie mit der kapitalistischen Produktionsweise als einer verallgemeinerten Waren- und Geldwirtschaft menschengemachte Verhältnisse zu einer Macht über den Menschen werden, zu einer Scheinnatur, die nur mit der Selbstbefreiung der Arbeiter*innenklasse zugunsten universaler Emanzipation von Ausbeutung und Unterdrückung überwunden werden kann.

Dabei kritisierte Marx nicht nur die Ausbeutung der Menschen, sondern schrieb auch im „Kapital“ davon, wie die kapitalistische Produktionsweise „den Arbeiter und die Erde“ untergräbt. Die jüngste Marx-Forschung zeigt, dass sich Marx in seinen letzten Schaffensjahren intensiv mit Landwirtschaft und den zerstörerischen Auswirkungen kapitalistischer Bodenbewirtschaftung auseinandergesetzt hat.

Die heutige sozialistische Linke muss die Diskussion darüber fortsetzen, wie sich die Hoffnung auf Befreiung einerseits auf die unter kapitalistischen Bedingungen „ungeheure Entwicklung der Produktivkräfte“ stützen und andererseits der Tatsache Rechnung tragen kann, wie sehr diese Produktivkräfte in Destruktivkräfte umgeschlagen sind.

Manuel Kellner, 63 Jahre alt, ist Mitglied der Internationalen Sozialistischen Organisation (ISO) und Mitarbeiter der “Sozialistischen Zeitung – SoZ”. Seite Magisterarbeit thematisierte “Die Rolle der Projektion bei Feuerbachs Religionskritik”, seine Promotionsarbeit war eine Werkbiographie über den Marxisten Ernest Mandel.

Bedeutung des Finanzthemas

Im Prozess der Gewinnentstehung von Unternehmen kommt Geld zweimal vor: am Anfang und am Ende. Dazwischen stehen die Beschaffung von Vorleistungen und Arbeitskräften mit Geld, die Produktion von Waren und Dienstleistungen und der Verkauf der Waren und Dienstleistungen gegen Geld. Gewinn entsteht, wenn und weil am Ende mehr Geld vorhanden ist als am Anfang.

Hieran sind unterschiedliche Akteure beteiligt: Anleger, die Geld als Eigen- oder Fremdkapital zur Verfügung stellen; Manager, die über Produktions-, Verwaltungs- und Vetriebsprozesse entscheiden; Beschäftigte, die Produktion, Verwaltung und Vertrieb durchführen.

Doch welches Verhältnis herrscht zwischen den Bereichen und den Akteuren von Produktion und Finanzen? Und wie verändert sich dieses Verhältnis im Zuge von Internationalisierung und Globalisierung? Hierzu wird Michael Schwan referieren.

Der Aufstieg des Finanzsektors: Zur politischen Ökonomie der Finanzialisierung

Eine der weitreichendsten Veränderungen der Weltwirtschaft ist die in den 1980er Jahren beginnende steigende Bedeutung des Finanzsektors. Dieser am stärksten globalisierte Wirtschaftszweig setzt sich aus einer Vielzahl unterschiedlicher Akteure zusammen und bezieht ebenso auch Unternehmen, Privathaushalte und Staaten in seine Aktivitäten mit ein.

Dies hat vielfältige Konsequenzen für wirtschaftliches Handeln, politische Einflussnahme, gesellschaftliche Stabilität und die Verteilung des Gesamtvermögens.

Der Vortrag möchte grundlegend in die Thematik einführen und nach Gründen, Eigenschaften und Folgen dieser Entwicklung fragen. Stellvertretend dafür werden beispielsweise das Verhältnis des Finanzsektors zum Produktionsprozess, das Auftreten von Finanzkrisen oder die Macht der Finanzindustrie besprochen und gemeinsam erarbeitet.

Michael Schwan, 32 Jahre alt, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität zu Köln und hat zum Thema “Finanzialisierung” promoviert. Er war mehrere Jahre ehrenamtlich in der politischen Bildungsarbeit für die DGB-Jugend NRW tätig und ist seit 2004 in unterschiedlichen Gliederungen bei der LINKEN engagiert.

Veranstaltungen

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