Kreisverband Köln

AG "Innerparteiliche Schulung und Bildung"

Ansprechpartner: Alexander Recht

alexander.recht@die-linke-koeln.de

„Marx in Kürze“: Veranstaltungen zu „Natur“ und „Finanzialisierung“

Zwei weitere Themenabende

In den letzten Monaten haben wir als AG „Innerparteiliche Schulung und Bildung“ unter dem Titel „Marx in Kürze“ drei einführende Schulungsveranstaltungen durchgeführt: zum Marxschen und marxistischen Geschichtsverständnis; zur Marxschen und marxistischen Klassentheorie; zur Marxschen Kritik der politischen Ökonomie.

Wir möchten diese Veranstaltungsreihe mit zwei weiteren Themenabenden fortsetzen, die beide im WK-Büro von Matthias W. Birkwald, Severinswall 37, 50678 Köln, stattfinden werden.

Am Montag, 29.10.2018, 19:30 Uhr referiert Dr. Manuel Kellner zum Thema „Natur und Scheinnatur bei Feuerbach und Marx“.

Am Montag, 10.12.2018, 19:30 Uhr referiert Dr. Michael Schwan zum Thema „Der Aufstieg des Finanzsektors: Zur politischen Ökonomie der Finanzialisierung“.

Bedeutung des Natur- und Umweltthemas

Die Diskussionen um den jüngsten Weltklimabericht genauso wie die Auseinandersetzungen um den Hambacher Wald belegen die Bedeutung der Fragen von Natur und Umwelt. Der thematische Zugang unserer Partei DIE LINKE hebt sich von anderen Parteien durch zwei Besonderheiten ab:

Erstens versuchen wir dem Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Natur/Umwelt kritisch auf die Spur zu kommen. Zweitens kämpfen wir für einen sozial-ökologischen Umbau der Gesellschaft, bei dem weder die Interessen der Beschäftigten noch die Belange von Natur und Umwelt zu kurz kommen.

Manuel Kellner wird sich dem Thema durch Bezug auf Schriften von Ludwig Feuerbach und Karl Marx widmen.

Natur und Scheinnatur bei Feuerbach und Marx

Für den Philosophen Ludwig Feuerbach war der Gott der monotheistischen Religionen einerseits die Selbstvergöttlichung von Staatsvölkern oder Nationen, andererseits die unbewusste Verehrung der als einheitliche Natur begriffenen Naturkräfte, von denen die Menschen abhängig und deren unablöslicher Teil sie sind. Die Begeisterung für die Natur wollte Feuerbach – bei Abstreifen ihrer religiösen Hülle – erhalten wissen.

Karl Marx hatte die Feuerbachsche Religionskritik aufgegriffen und in die Kritik unmenschlicher gesellschaftlicher Verhältnisse überführt. In seiner Kritik der politischen Ökonomie zeigte er, wie mit der kapitalistischen Produktionsweise als einer verallgemeinerten Waren- und Geldwirtschaft menschengemachte Verhältnisse zu einer Macht über den Menschen werden, zu einer Scheinnatur, die nur mit der Selbstbefreiung der Arbeiter*innenklasse zugunsten universaler Emanzipation von Ausbeutung und Unterdrückung überwunden werden kann.

Dabei kritisierte Marx nicht nur die Ausbeutung der Menschen, sondern schrieb auch im „Kapital“ davon, wie die kapitalistische Produktionsweise „den Arbeiter und die Erde“ untergräbt. Die jüngste Marx-Forschung zeigt, dass sich Marx in seinen letzten Schaffensjahren intensiv mit Landwirtschaft und den zerstörerischen Auswirkungen kapitalistischer Bodenbewirtschaftung auseinandergesetzt hat.

Die heutige sozialistische Linke muss die Diskussion darüber fortsetzen, wie sich die Hoffnung auf Befreiung einerseits auf die unter kapitalistischen Bedingungen „ungeheure Entwicklung der Produktivkräfte“ stützen und andererseits der Tatsache Rechnung tragen kann, wie sehr diese Produktivkräfte in Destruktivkräfte umgeschlagen sind.

Manuel Kellner, 63 Jahre alt, ist Mitglied der Internationalen Sozialistischen Organisation (ISO) und Mitarbeiter der „Sozialistischen Zeitung – SoZ“. Seite Magisterarbeit thematisierte „Die Rolle der Projektion bei Feuerbachs Religionskritik“, seine Promotionsarbeit war eine Werkbiographie über den Marxisten Ernest Mandel.

Bedeutung des Finanzthemas

Im Prozess der Gewinnentstehung von Unternehmen kommt Geld zweimal vor: am Anfang und am Ende. Dazwischen stehen die Beschaffung von Vorleistungen und Arbeitskräften mit Geld, die Produktion von Waren und Dienstleistungen und der Verkauf der Waren und Dienstleistungen gegen Geld. Gewinn entsteht, wenn und weil am Ende mehr Geld vorhanden ist als am Anfang.

Hieran sind unterschiedliche Akteure beteiligt: Anleger, die Geld als Eigen- oder Fremdkapital zur Verfügung stellen; Manager, die über Produktions-, Verwaltungs- und Vetriebsprozesse entscheiden; Beschäftigte, die Produktion, Verwaltung und Vertrieb durchführen.

Doch welches Verhältnis herrscht zwischen den Bereichen und den Akteuren von Produktion und Finanzen? Und wie verändert sich dieses Verhältnis im Zuge von Internationalisierung und Globalisierung? Hierzu wird Michael Schwan referieren.

Der Aufstieg des Finanzsektors: Zur politischen Ökonomie der Finanzialisierung

Eine der weitreichendsten Veränderungen der Weltwirtschaft ist die in den 1980er Jahren beginnende steigende Bedeutung des Finanzsektors. Dieser am stärksten globalisierte Wirtschaftszweig setzt sich aus einer Vielzahl unterschiedlicher Akteure zusammen und bezieht ebenso auch Unternehmen, Privathaushalte und Staaten in seine Aktivitäten mit ein.

Dies hat vielfältige Konsequenzen für wirtschaftliches Handeln, politische Einflussnahme, gesellschaftliche Stabilität und die Verteilung des Gesamtvermögens.

Der Vortrag möchte grundlegend in die Thematik einführen und nach Gründen, Eigenschaften und Folgen dieser Entwicklung fragen. Stellvertretend dafür werden beispielsweise das Verhältnis des Finanzsektors zum Produktionsprozess, das Auftreten von Finanzkrisen oder die Macht der Finanzindustrie besprochen und gemeinsam erarbeitet.

Michael Schwan, 32 Jahre alt, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität zu Köln und hat zum Thema „Finanzialisierung“ promoviert. Er war mehrere Jahre ehrenamtlich in der politischen Bildungsarbeit für die DGB-Jugend NRW tätig und ist seit 2004 in unterschiedlichen Gliederungen bei der LINKEN engagiert.

„Marx in Kürze“: Kritik der politischen Ökonomie

Kurz vor Beginn der Ferien fand am 12.07.2018 die letzte Veranstaltung der Schulungsreihe „Marx in Kürze“ statt. Nachdem es in den ersten beiden Veranstaltungen ums Marxsche und marxistische Geschichtsverständnis sowie die Marxsche und marxistische Klassentheorie ging, referierte auf der dritten Veranstaltung Alex Recht zur Marxschen Kritik der politischen Ökonomie.

Am Beginn seiner Ausführungen erörterte Alex, was unter „Kritik“ und „politischer Ökonomie“ zu verstehen ist und in welcher Reihenfolge Marxens Hauptwerk, Band I des „Kapitals“, gelesen werden könnte. Deutlich wurde: Nicht nur die Interpreten des Marxschen Hauptwerkes sind sich in der Frage der Reihenfolge uneinig, sondern auch Marx selbst hat hierzu unterschiedliche Empfehlungen abgegeben.

Daraufhin skizzierte Alex den Ablauf seines eigenen Referats: Da es sich nur um eine Einführung handele, würden (anders als in einem früheren Vortrag) die ersten Kapitel im „Kapital“ zur Wertformanalyse ausgelassen. Stattdessen werde die Marxsche Werttheorie mit Wertbestimmung, Ausbeutung und Akkumulation erläutert. Basis hierfür war ein PowerPoint-Vortrag, der neben Alex‘ eigenen Darlegungen auch etliche Marx-Zitate zur Lektüre der Teilnehmenden sowie werttheoretische Rechenbeispiele enthielt.

Zunächst schilderte Alex, dass Marx zufolge der Kapitalismus zu seiner Entstehung auf bereits zuvor vorhandenes Kapital angewiesen war. Dieser von Marx als „sogenannte ursprüngliche Akkumulation“ bezeichnete Sachverhalt umfasst historische Ereignisse wie die Auflösung feudaler Schranken, die Vertreibung der Landbevölkerung durch Konkurrenz und Verlust von Eigentum, die Proletarisierung ehemaliger Bauern oder die Herstellung eines inneren Markts für das industrielle Kapital.

Hierauf erläuterte Alex den Marxschen Ansatz des Doppelcharakters von Ware und Arbeit sowie die Marxsche Werttheorie mit ihrer Wertbestimmung durch Arbeit. Dabei versuchte er anhand geeigneter Beispiele den Unterschied zwischen der Marxschen Werttheorie, die die gesellschaftliche Geltung von Werten betont, und der substanzorientierten Arbeitswerttheorie nach David Ricardo herauszuarbeiten.

Im folgenden Schritt widmete sich Alex der Marxschen Auffassung des Produktionsprozesses als Arbeits- und Verwertungsprozess. Nach Marx wird Mehrwert produziert, indem die wertbildende Arbeitszeit der Arbeitskräfte in der Produktion größer ist als die Arbeitszeit, die zur Produktion jener Lebensmittel vonnöten ist, die die Arbeitskräfte zu ihrer Reproduktion brauchen. Damit das in Geldform vorgeschossene Kapital sich am Ende in mehr Geld verwandelt, müssen jedoch die Waren, in denen der Mehrwert „steckt“, auch verkauft werden. Die Erzielung von Mehrwert ist daher nach Marx sowohl auf Produktion wie auch auf Tausch angewiesen.

Im letzten Schritt erläuterte Alex die Marxsche Auffassung von Akkumulation anhand von Beispielen der Wertrechnung: zum einen die Erzielung von Mehrwert durch Ausdehnung von Arbeitszeit, was Marx „die Produktion absoluten Mehrwerts“ nennt, zum anderen „die Produktion des relativen Mehrwerts“ durch einen reduzierten Wert der Arbeitskraft infolge technologisch ermöglichter Produktivitätssteigerungen.

Anhand des Beispiels der relativen Mehrwertproduktion versuchte Alex zum Ende seiner Ausführungen klarzumachen, dass in der Marxschen Theorie die gesellschaftlichen Ergebnisse von den Absichten der gesellschaftlichen Akteure abweichen können. Absicht eines kapitalistischen Betriebes ist es, als Pionier durch technologisch ermöglichte Produktivitätssteigerungen einen Extramehrwert zu erzielen. Da jedoch die Konkurrenten die Innovationen des Pioniers nachahmen, ist der Extramehrwert eines jeden Pioniers in der Regel nur von begrenzter Dauer und verschwindet wieder.

Aufgrund der technologischen Innovationen bleibt jedoch ein von den Pionieren nicht beabsichtigtes gesellschaftliches Resultat: Es ist weniger Arbeitszeit zur Produktion jener Lebensmittel vonnöten, die die Arbeitskräfte tagtäglich benötigen. Dadurch sinkt der Wert der Arbeitskraft und steigt der Mehrwert – es sei denn, es gelingt den organisierten Arbeitskräften, den Lohn als historisch-moralisch umkämpfte Größe im Umfang der technologisch verursachten Steigerung der Arbeitsproduktivität anzuheben.

Nach Ende des Referats diskutierten die Teilnehmenden mit den Organisatoren der Schulungsreihe, inwiefern die Reihe fortgesetzt werden könnte. Als mögliche künftige Themen wurden die Marxsche Wertformanalyse, die Marxsche Theorie der Grundrente, das Marxsche Verständnis von Natur sowie mögliche Formen sozialistischer Produktions- und Lebensweisen vorgeschlagen.

Hinweise zum Referenten: Alexander Recht, 47 Jahre alt, a.recht@gmx.de. Seit vielen Jahren Beschäftigung mit ökonomischer Theorie. Von 1990 bis 2005 aktiv bei Jusos und SPD, seit 2005 bei der LINKEN Köln. Diplom-Kaufmann, Diplom-Handelslehrer und Oberstudienrat, seit fast 20 Jahren tätig als Lehrer. Aktuell Mitorganisator der AG „Innerparteiliche Schulung und Bildung“ bei der LINKEN Köln.

„Marx in Kürze“: Einführung in die Marxsche und marxistische Klassentheorie

Am Donnerstag, 14.06.2018, fand die zweite Veranstaltung der Schulungsreihe „Marx in Kürze“ statt. Auf der ersten Veranstaltung hatte Jürgen Seitz die Marxsche Deutung der Geschichte als Geschichte von Klassenkämpfen vorgestellt, diesmal führte Hans Günter Bell, Sprecher der LINKEN Köln und Sozialwissenschaftler, in die Marxsche und marxistische Klassentheorie ein.

Zu Beginn seiner Ausführungen präsentierte Hans Günter das von Marx stammende allgemeine klassentheoretische Modell: das Verhältnis von Kapital und Arbeit als Fundament der Klassenbeziehungen im kapitalistischen Produktionsprozess. Zudem stellte er konkrete klassentheoretische Beschreibungen historischer Gesellschaften durch Marx vor, z. B. dessen Ausführungen zu den Parzellenbauern im Frankreich des Jahres 1851.

Im Anschluss widmete sich Hans Günter zwei marxistischen Klassentheoretikern des 20. und 21. Jahrhunderts: Edward P. Thompson und Erik Olin Wright. Die Kernthese des britischen Historikers Thompson: Menschen würden nicht allein schon deswegen, weil es theoretisch möglich sei, praktisch als Klasse existieren und dann Klassenkämpfe führen. Umgekehrt: Menschen würden in durch Ausbeutung geprägten Verhältnissen leben, in ihnen Kämpfe führen und sich erst infolgedessen mit Menschen gleicher Erfahrung als Klasse erkennen.

Der US-Soziologe Wright möchte dem Zusammenhang von Klassenstrukturen und Klassenbewusstsein auf die Spur kommen. Er setzt am durch Marx beschriebenen Gegensatz von Eigentum und Nichteigentum an Produktionsmitteln an und ergänzt dieses Klassenstukturmodell um den Grad an Qualifikation und den Umfang an Weisungsbefugnis von Personen innerhalb von Unternehmen. Wrights Befund: Auch heute noch entstehe Klassenbewusstsein als Folge der Stellung von Personen innerhalb der Klassenstruktur, jedoch von Land zu Land in verschiedener Weise.

Hans Günter schloss mit der These, dass marxistische Klassenmodelle auch heute noch in der Lage seien, bestehende Ungleichheiten in Gesellschaften zu erfassen. Klassenverhältnisse seien zwar keineswegs der einzige, wohl aber ein primärer und wesentlicher Erklärungsgrund für die Sozialstruktur und die Entwicklungsdynamik von Gesellschaften.

Der Abend bot den Teilnehmenden einen interessanten Wechsel von Vortrag, Textarbeit, Diskussion und Einbringung eigener Erfahrungen. Hans Günter führte unterhaltsam und informativ in ein spannendes und nach wie vor wichtiges Thema ein.

Im Juli wird die Schulungsreihe mit Veranstaltung Nr. 3 fortgesetzt, einer Einführung in die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie.

Kritik der politischen Ökonomie

Referent: Alexander Recht, Dipl.-Kaufmann

Donnerstag, 12. Juli 2018, 19:00-22:00 Uhr
Wahlkreisbüro von Matthias W. Birkwald (MdB für DIE LINKE)
Severinswall 37, 50678 Köln (Nähe Chlodwigplatz)

Karl Marx hat in seiner Kritik der politischen Ökonomie drei wichtige Fragen gestellt: 1) Welche Voraussetzungen hat die kapitalistische Warenproduktion? 2) Wer produziert die Waren im Kapitalismus? 3) Wie wird der kapitalistische Warenreichtum verteilt?

Zu Beginn des Abends werden wir uns mit dem Beginn des Kapitalismus befassen: mit der sogenannten ursprünglichen Akkumulation. Später werden wir die Akkumulation durch Mehrwertproduktion kennenlernen.

Textarbeit und Vortrag werden sich abwechseln. Außerdem wird die Wertrechnung in Grundzügen erläutert werden.

Alexander Recht, 47 Jahre alt. Seit vielen Jahren Beschäftigung mit ökonomischer Theorie. Von 1990 bis 2005 aktiv bei Jusos und SPD, seit 2005 bei der LINKEN Köln. Diplom-Kaufmann, Diplom-Handelslehrer und Oberstudienrat, seit fast 20 Jahren tätig als Lehrer. Aktuell Leiter der AG „Innerparteiliche Schulung und Bildung“ bei der LINKEN Köln.

Marx in Kürze … Einführung in den Marxismus

Die AG „Innerparteiliche Schulung und Bildung“ der LINKEN Köln hatte im April zu einer Einführung in den Marxismus eingeladen. Moderiert durch den Geschichtslehrer Jürgen Seitz erarbeiteten sich die Teilnehmer*innen die Kontroverse zwischen den Lassalleanern und den Eisenachern in den 1860er Jahren und die Kritik von Rosa Luxemburg an der russischen Revolution, siehe nachfolgende Bilder.

Die Schulungsreihe wird schon bald mit zwei weiteren Schulungsabenden fortgesetzt. Im Juni geht es um Klassentheorie, im Juli um die Kritik der politischen Ökonomie.

Klassen und Klassenkämpfe

Referent: Dr. Günter Bell, Dipl.-Sozialwissenschaftler

Donnerstag, 14. Juni 2018, 19:00-22:00 Uhr
Wahlkreisbüro von Matthias W. Birkwald (MdB für DIE LINKE)
Severinswall 37, 50678 Köln (Nähe Chlodwigplatz)

Den marxistischen Klassenbegriff gibt es nicht. Bei Karl Marx sucht man vergeblich eine ausgearbeitete Klassentheorie oder eine formale Definition des Begriffs „Klasse“. Verständigen kann man sich allenfalls darauf: Das Verhältnis von Kapital und Arbeit im kapitalistischen Produktionsprozess ist das ‚Fundament‘ der Klassenbeziehungen. Und: Wer über Klasen spricht, spricht über asymmetrische Machtbeziehungen und Herrschaftsverhältnisse.

Wie unterschiedliche Marxisten Klassen definieren, werden wir an zwei Beispielen kennenlernen: Für den englischen Sozialhistoriker Edward P. Thompson ist Klasse ausdrücklich keine Struktur oder eine Kategorie, sondern „etwas, das sich unter Menschen, in ihren Beziehungen, abspielt“. Dem gegenüber hat der US-amerikanische Soziologe Erik O. Wright empirisch überprüfbare Hypothesen über die Zugehörigkeit der Menschen zu Klassen entwickelt.

Günter Bell, 53 Jahre alt. Seit 35 Jahren politisch aktiv, davon viele Jahre in der Schulungsarbeit der Jusos in der SPD. 2004-2008 Promotion zum Thema „Klassenbewusstsein und Klassensolidarität in sozial-räumlichen Milieus“ an der TH Dortmund. Aktuell Sprecher der LINKEN Köln.

Kritik der politischen Ökonomie

Referent: Alexander Recht, Dipl.-Kaufmann

Donnerstag, 12. Juli 2018, 19:00-22:00 Uhr
Wahlkreisbüro von Matthias W. Birkwald (MdB für DIE LINKE)
Severinswall 37, 50678 Köln (Nähe Chlodwigplatz)

Karl Marx hat in seiner Kritik der politischen Ökonomie drei wichtige Fragen gestellt: 1) Welche Voraussetzungen hat die kapitalistische Warenproduktion? 2) Wer produziert die Waren im Kapitalismus? 3) Wie wird der kapitalistische Warenreichtum verteilt?

Zu Beginn des Abends werden wir uns mit dem Beginn des Kapitalismus befassen: mit der sogenannten ursprünglichen Akkumulation. Später werden wir die Akkumulation durch Mehrwertproduktion kennenlernen.

Textarbeit und Vortrag werden sich abwechseln. Außerdem wird die Wertrechnung in Grundzügen erläutert werden.

Alexander Recht, 47 Jahre alt. Seit vielen Jahren Beschäftigung mit ökonomischer Theorie. Von 1990 bis 2005 aktiv bei Jusos und SPD, seit 2005 bei der LINKEN Köln. Diplom-Kaufmann, Diplom-Handelslehrer und Oberstudienrat, seit fast 20 Jahren tätig als Lehrer. Aktuell Leiter der AG „Innerparteiliche Schulung und Bildung“ bei der LINKEN Köln.

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