Kreisverband Köln

Der Kampf um den Hambacher Forst ist in vollem Gange

Seit Wochen haben sich die Indizien verdichtet: Zugunsten der Profitinteressen von RWE versucht die Polizei, den Hambacher Forst komplett zu räumen, damit der Energieriese pünktlich zum Beginn der Rodungssaison am 1. Oktober mit der Abholzung der Reste des einst riesigen Forstes beginnen kann.

Polizeigewalt gegen Wiesencamp

Derzeit wird der Wald von Baumschützerinnen und Baumschützern in einem Camp am Waldrand und in mehreren Baumhausdörfern besetzt. Und wirklich, schon Ende August begann der größte Polizeieinsatz der vergangenen Jahre in NRW. Beamte fielen in den Forst ein und begannen mit der Beseitigung von Bodenstrukturen der Waldbesetzung.

Ein vorläufiger Tiefpunkt war dann die Durchsuchung des Wiesencamps. Dabei und bei ihren Aktionen zuvor im Wald, hat die Polizei Trinkwasservorräte abtransportiert, Solarpaneele zertrümmert und Werkzeug beschlagnahmt.

Mit gezogener Schusswaffe gegen Aktivistinnen und Aktivisten

Selbst persönliche Gegenstände, Zelte und Schlafsäcke nahm sie einfach mit. Waldbesetzerinnen und Waldbesetzer berichten, dass Polizisten sie in den letzten zwei Wochen mit unflätigen Beschimpfungen provozieren wollten und gar wiederholt mit gezogener Schusswaffe gegen sie vorgegangen sind. Dieses gänzlich unverhältnismäßige Verhalten ist in einem Rechtsstaat inakzeptabel. Es lässt nur einen Schluss zu: Durch gezielte Provokationen sollen Bilder der Gewalt erzeugt werden, um den berechtigten gewaltfreien Widerstand gegen die Rodung des uralten Hambacher Forstes in Misskredit zu bringen.

Rodungsbeginn verhindern

Baumhaus im Hambacher Forst

Es ist damit zu rechnen, dass RWE schon bald mit der Rodung des Hambacher Forsts beginnen will. Deswegen finden in den kommenden Wochen weitere Aktionen statt.DIE LINKE. NRW unterstützt den Kampf um den Erhalt des Hambacher Forstes, der nicht abgeholzt, sondern unter Schutz gestellt gehört. Nach dem Tag X, dem Tag an dem RWE mit Rodungen beginnt, um Hebebühnen an die Baumhäuser heranzuführen, sollen die Proteste beginnen.

Was können wir tun?

  • Das Bündnis „Aktion Unterholz“ wird die Proteste koordinieren. Es ruft ab dem Tag, nachdem der erste Baum gefällt wurde („Tag X + 1“) zu kollektivem zivilen Ungehorsam auf. Wenn du dich dort beteiligen möchtest, halte dich bereit. Wann es losgeht, wird über diesen Verteiler mitgeteilt, kann aber auch bei uns nachgefragt werden.
  • Für alle, die keine allzu weite Anreise nach Buir haben: „Aktion Unterholz“ hat für den relevanten Zeitraum eine Mahnwache an der Ecke L276/L257 hinter dem Bahnhof Buir in Richtung Hambacher Forst angemeldet. In diesem Pad: https://calc.systemli.org/rx1bpfodh3n0 findest du einen Schichtplan. Trage dich gerne für 2 Schichten hintereinander ein – das erleichtert die Koordination und macht für viele bei einer etwas längeren Anreise auch Sinn. Der Schichtplan beginnt schon, tritt aber erst in Kraft, wenn Tag X angekündigt wird und die Räumung beginnt. Wann das sein wird, erfährst du durch Nachfrage bei uns oder über diesen Verteiler. Wenn du dich für eine Schicht eingetragen hast, schreib bitte zusätzlich eine Mail an: hambimahnwachen@riseup.net mit deinem im Schichtplan angegebenen Namen und deiner Handynummer. Rückfragen unter: 01630188732
Baumbesetzungen im Hambacher Forst (Foto: Gernot Schubert)

Baumbesetzungen im Hambacher Forst (Foto: Gernot Schubert)

Was können wir tun, um zu helfen, noch bevor die große Rodung beginnt?

  • Wer es noch nicht getan hat, kann diese Onlinepetition unterschreiben und teilen: https://aktion.campact.de/kohleaus/hambach-appell/ teilnehmen
  • Teilt und verbreitet diesen „Kinotrailer“ zum Widerstand gegen die bevorstehende Rodungssaison: https://vimeo.com/286849197
  • Kommt zu einem der fünf Sonntagsspaziergänge im Hambacher Wald im September, jeden Sonntag, immer 11:30 Uhr, Treffpunkt am Kieswerk Collas. Unter Vorbehalt, denn der Treffpunkt kann sich durch die aktuelle Situation jederzeit ändern.

Weitere Informationen findet ihr hier:

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