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DieLinke RGB Frei

Kreisverband Köln

Frohe Ostern!

Schwerter zu Pflugscharen, Panzer zu Hämmern, das Mittelmeer zum Badeparadies! Die LINKE.Köln zu Ostern: Jesus und der Ostermarsch für den Frieden. Christen, seid Sozialistinnen!

“Es gibt nichts Höheres, als die Gedanken des Friedens und der Gerechtigkeit.” ~ J.W. v. Goethe

Jesus ist auferstanden

Ostern ist Jesus auferstanden – das ist, im Kern, die frohe Botschaft des Christentums. Wenn Jesus, als Gottessohn stellvertretend für die Menschheit, auferstanden ist, dann werden wir alle gerettet werden: „Selig sind, die da hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.” (Matthäus 5,6) und “Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.” (Matthäus 5,4). Aber wo Leute hungern, dürsten, Gerechtigkeit ersehnen und Trost benötigen, da ist etwas im Argen.

Gegen Krieg, Armut und Verächtlichmachung

Es muss gar nicht extra bewusst gemacht werden: Es gibt Krieg; etwa in der Ukraine, in der Türkei, im Nahen Osten. Es gibt Armut; weil es aus unserer Arbeit ausgepressten Reichtum für Wenige gibt. Es gibt Unterdrückung, Verächtlichmachung, Beleidigung; bist du arm, ist deine Hautfarbe schwarz, trägst du ein Kopftuch oder wirst du als Frau gesehen: Es findet sich jemand, der dir deine Existenz nicht erlauben will, dich zur Bedrohung erklärt, dich für einen Kabarettwitz hält. Krieg, Armut, Verächtlichmachung – das widerspricht eklatant den Interessen der Mehrheit, widerspricht den universellen Interessen der Menschheit, widerspricht dem Gemeinwohl.

Was würde Jesus machen?

Jesus hielt nicht nur die andere Wange hin, auf dass ihn Prügelnde auf Augenhöhe, nämlich mit der Vorhand statt der Rückhand, schlagen. Der Zimmermann hatte auch eine verruchte Anhängerschaft aus Prostituierten, Arbeitern, bewaffnete Aufrührern. Wechslern warf er im Tempel den Tisch um und verjagte sie. Das Reich Gottes steht Reichen nicht offen. Und es hört sich nicht gerade metaphorisch, sondern äußerst eindeutig an, wenn Jesus sagt, dass „eher […] ein Kamel durch ein Nadelöhr [geht], als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt“ (Markus 10,25; Lukas 18,25; Matthäus 19,24). Vielleicht sollten die Reichen auch mal an ihre Zukunft denken und „ihren“ Reichtum den Armen zurückgeben, wie Woody Guthrie so schön singt. Zu Ostern kann daran erinnert werden, dass Jesus “gekommen, [ist] die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Gerechten.” (Lukas 5,32) – Ein Linker also. Und beizeiten einer, der zwar nicht die Erderwärmung vorantreiben, aber der ungerechten Einrichtung auf Erden einheizen will: “Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen.“ (Lukas 12,49-53; vgl. auch Matthäus 10,34-35, Johannes 15,6)

ChristInnen und SozialistInnen

ChristInnen haben mit SozialistInnen gemeinsam, dass sie eine ausgearbeitete Weltanschauung haben, die in der Welt orientieren hilft, an die Vernunft glaubt und daraus universalistische Maßnahmen zur Weltverbesserung für alle Menschen ableiten kann. Dem stehen auch gemeinsam feindlich diejenigen gegenüber, die ganz anderes propagieren: Etwa Blut- und Bodenmystik, die nicht nur irrational ist, sondern auch die eine Menschheit in Herren und Knechte aufspaltet, in Werte und Unwerte. Vor der Vernunft, der Gerechtigkeit und vor Gott kann es keine Privilegien geben. Wer seine Privilegien verteidigt, weicht also nicht nur vor der Vernunft aus, auf brutalen Zwang, erniedrigende Befehle und barbarische Menschenfeindlichkeit, sondern ist auch gottlos. (Bei Thomas Müntzer, dem „Theologen der Revolution“ wie Ernst Bloch den Bauernführer nennt, kann man dazu einiges lernen.)

Ist unser Land gottlos?

Deutschland gehört zu den führenden Rüstungsproduzenten und –Exporteuren. So bleiben kann das nicht. Weder Atomrüstung noch weitere Aufrüstung gehören zur Souveränität unseres Landes: Die Bundeswehr muss auf die Verteidigung unseres Landes zurückgebaut werden. Krieg wird nicht für Menschenrechte geführt, sondern für den Profit von großen Konzernen und Banken. Die Bundeswehr wird momentan genau für diese Aufgabe aufgerüstet, ebenso wie um des Profits willen Waffen exportiert werden. Wir fordern von der Bundesregierung, konstruktive Vorschläge über die Verminderung von Truppen und Rüstungen zu bringen, anstatt durch Aufrüstung und Ausbau der Bundeswehr zur Interventionsarmee den Weltfrieden zu bedrohen. Deutschland muss sich für eine friedliche Lösung der globalen Zukunftsprobleme einsetzen.

Deutschland kann Friedensmacht werden

Die Umstellung der hochtechnisierten Rüstungsfabriken auf Zivilproduktion könnte der Herstellung von Verkehrsmitteln, Anlagen für Umweltschutz, medizinischer Einrichtungen und modernster Unterrichtsmittel oder Rettung aus dem Mittelmeer dienen. Stellen wir Deutschland um: Reichen wir den Völkern der Welt die Hand und zeigen ihnen, dass wir weder an Krieg, Ertrinken im Mittelmeer noch globaler Armut interessiert sind. Wir fordern den sofortigen Stopp der Aufrüstung. Ein wichtiger Schritt ist dabei der Abzug und die Unschädlichmachung der in Deutschland gelagerten Atomwaffen. Sie sind eine Gefahr für die ganze Bevölkerung. Pacem in terris – Frieden auf Erden und gegen die „tötende Wirtschaft“ (Papst Franziskus) den Sozialismus als Projekt der arbeitenden, pflegenden und produzierenden Menschen: So könnte Deutschland sich durch eine Politik der Völkerverständigung und Solidarität Ansehen und Sympathie bei allen Völkern erwerben. Dafür muss die deutsche Friedensbewegung machtvoll werden.

Für eine Wende zur konsequenten Friedenspolitik

An Ostern für den Frieden marschieren ist ein Anfang. Für ein sicheres und unserer Vernunft und unserem Anstand angemessenes Mittelmeer demonstrieren ebenso. Der eine oder andere Christ wird die Konsequenz ziehen und zum Religiösen Sozialisten werden. Unsere Partei steht religiösen Menschen – ChristInnen, Muslimen und Muslima, Juden und Jüdinnen oder anderer Glaubensbekenntnisse – wie auch Atheistinnen und Atheisten offen: Wir streiten uns gerne über das Himmelreich, aber damit der Streit auf Niveau ausgetragen werden kann, müssen wir erstmal auch zumindest ein Stück Himmelreich auf Erden verwirklichen. Und können die Unionsparteien denn, die sich zwar C-Gruppen nennen, wirklich für Christinnen und Christen die wahre Partei sein? Wir denken, die Unionsparteien müssen entweder richtig christianisiert werden oder sollten sich umbenennen. Arbeiten wir aktiv mit in den Komitees für Frieden und Abrüstung. Werben wir in den Betrieben, Schulen, Hochschulen und Kasernen für den Gedanken der Abrüstung! Wir brauchen eine deutsche Friedenswirtschaft! Die Rüstung muss Stück für Stück in zivile Produktion umgebaut werden und die dortigen Kolleginnen und Kollegen sollen endlich die Möglichkeit erhalten, zivile Produkte herzustellen.

Das Himmelreich muss her

“Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den andern lieben oder er wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Reichtum” (Matthäus 6:24) – Es ist eine Richtungsentscheidung: Wollen wir Krieg, Armut, Verächtlichmachung oder Frieden, Sozialismus, und ein echtes Gemeinwohl, das alle einschließt? Frohe Ostern!

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