Große Begeisterung für Inklusive Universitätsschule auf dem Helios-Gelände

Auf reges Interesse stieß die Veranstaltung von DIE LINKE Ehrenfeld auf der das Projekt der IUS, der „Inklusiven Universitätsschule / School is Open“ vorgestellt wurde.

Mehr als 30 Ehrenfelderinnen und Ehrenfelder – Künstler, Architekten, Schüler, Pädagogen, Händler sowie Aktivisten der Bürgerinitiative Helios, der Partei DIE LINKE und ihrem Studierendenverband SDS – kamen am 14.2. ins BÜZE Ehrenfeld, um sich über die IUS zu informieren und darüber zu diskutieren. Dieter Asselhoven, einer der wissenschaftlichen Assistenten des Projekts erläuterte im Eingangsreferat das gesellschaftliche und pädagogische Konzept und ging auf den aktuellen Stand der Planungen ein.

 

Eine Schule für Alle

Die Inklusive Universitätsschule ist ein gemeinsames Projekt der Universität Köln und der Studierendenvertretung. An der Universitätsschule werden Pädagogikstudentinnen und -studenten an der Seite von erfahrenen Lehrerinnen und Lehrern in der Praxis gemeinsam arbeiten; einer Universitätsklinik im medizinischen Bereich ganz ähnlich.

Diese Schule soll die Klassen 1 bis 13 beinhalten und die hierarische Trennung innerhalb des Schulsystems von Haupt- und Realschule und Gymnasium aufheben. Und auch innerhalb des Schule selbst sollen Hierarchien abgebaut und demokratische Strukturen gefördert werden. Es soll eine Schule für alle Kinder sein, niemanden zurücklassen und die Klassen 1 bis 13 beinhalten. Stichwort: „Eine Schule für Alle“.

Wir sind alle verschieden und darum gleich!

Dieter Asselhoven, der sich mehrmals positiv auf die Ideen von DIE LINKE im Bildungsbereich bezog, sagte, dass auf diese Weise nicht nur Menschen, die als Behinderte diskriminiert werden in die Schule mit einbezogen werden, sondern auch Kinder von Einwandern und sozialen Randschichten. Alle sollen die Möglichkeit bekommen, dort gemeinsam miteinander zu lernen. Ein kurzer Satz, der die Idee der Inklusion zusammenfasst: Wir alle sind verschieden und darum gleich!

Die Schule soll mehrsprachig und bilingual sein und nicht auf einer fiktiven deutschen Leitkultur basieren. In Anbetracht der Tatsache, dass Frauen in dieser Gesellschaft für die gleiche Arbeit durchschnittlich 23 % weniger Lohn erhalten, will sich die Schule auch Fragen der Geschlechterdifferenz stellen.

Zudem sollen die Klassenstrukturen des traditionellen Schulsystems aufgehoben werden und Cluster gebildet werden, deren Größe sich nach den Bedürfnissen der Lerngruppen richtet. Mit den vielen Studierenden in der praktischen Ausbildung können auch Kleingruppen mit hohem Bedarf an pädagogischer Betreuung sinnvoll begleitet werden.

Gesellschaftlich soll die Schule nicht auf fordistische Weise Bildung wie am Fließband produzieren, sondern eine demokratische und offene Struktur haben. Kurz: Es soll kein Bildungsbunker werden, sondern eine neue Art von Schule.

Das Schulkonzept stellt den Anspruch an die Gesellschaft, die oft an den Rand gedrängten Individuen und Gruppen mit einzubeziehen. Nicht die Diskriminierten haben die Bringschuld, sich einzubringen, sondern die Gesellschaft hat die selbstverständliche Aufgabe, alle Menschen mit einzuschließen.

Eine andere Bildung ist tatsächlich möglich!

Im Vortrag wurde eine Schule skizziert, die Fenster aufstößt und den Blick freigibt auf eine mögliche andere, demokratischere und freiere Gesellschaft. Es wurde deutlich: Eine andere Bildung ist tatsächlich möglich. Allerdings, so Dieter Asselhoven, kann man mit einer solchen Schule eine Gesellschaft nicht revolutionieren. Möglich sei aber, mit der Schule den Lernenden ein Werkzeug in die Hand zu geben, mit dem sie sich den Herausforderungen dieser Gesellschaft besser stellen können.

Aktivisten: Diese Schule muss auf das Helios-Gelände nach Ehrenfeld

Fest steht, dass diese moderne Schule für etwa 1.100 bis 1.300 Schülerinnen und Schüler in Köln entstehen wird. Es steht aber noch nicht fest, wo sie gebaut werden wird. Zwar seien auch andere Standorte in Köln denkbar, doch favorisiert wird der Standort Ehrenfeld mit dem Helios-Gelände. Im Verlauf der regen Diskussion wurde klar, dass das Gelände ausreichend Platz für das Projekt bietet.

Die anwesenden Ehrenfelderinnen und Ehrenfelder waren sich einig, dass diese besondere Schule nach Ehrenfeld auf das Helios-Gelände kommen muss. Ehrenfeld benötigt dringend eine neue Gesamtschule und das moderne pädagogische Konzept würde perfekt in dieses lebendige, bunte und wachsende Stadtviertel Kölns passen. Die anwesenden Aktivisten und Bürger wünschten sich dringend von den Aktiven des Projekts, dass diese sich ausdrücklich für den Standort Ehrenfeld aussprechen mögen. So könnten alle Beteiligten sich gemeinsam stärker für das Projekt einsetzen.

Hier gibt es weitergehende Informationen zum Konzept der Inklusiven Universitätsschule

www.schoolisopen.uni-koeln.de

und hier Informationen zur BI Helios:

www.buergerinitiative-helios.de

Für den OV-Vorstand. Francis Byrne