DieLinke RGB Frei

Kreisverband Köln

Vorfahrt für Nahverkehr in Köln!

Stadtverwaltung plant auf Kosten des öffentlichen Nahverkehrs in ganz Köln – Bürgerinnen und Bürger noch kaum informiert – DIE LINKE klärte auf

Manchmal scheint so etwas wie eine kleine Utopie auf: am 3. Juni fuhren die Kölnerinnen und Kölner fahrscheinlos. DIE LINKE.Köln nahm diese nur scheinbare Utopie am Fahrscheinlosen Tag bei den KVB zum Anlass, um über die abenteuerlichen Pläne der  Stadtverwaltung zum Nahverkehr in Köln aufzuklären. In der ganzen Stadt wurden Informationsmaterial und Broschüren verteilt, sowie das Gespräch mit Kölnerinnen und Kölnern gesucht. Es zeigte sich, dass die meisten Kölnerinnen und Kölner noch gar nicht informiert sind und für ein neues U-Bahn-Projekt der Stadt auch wenig Verständnis haben. Kein Wunder: Die derzeitige Baustelle sollte 2002 fertig werden und wird nun hoffentlich 2027 in Betrieb gehen.

Um was geht es?

Was hat die Stadtverwaltung vor? Obwohl es sich laut Gutachten volkswirtschaftlich nicht rechnet und auch auf absehbare Zeit nichts zur Behebung der aktuellen Engpässe beiträgt, soll ab dem Heumarkt ein Tunnel für die Stadtbahn-Linien 1, 7 und 9 gebaut werden. Wahlweise bis zum Neumarkt, Rudolfplatz oder Melaten. Dieses unterirdische Konzept soll nach eigenen Aussagen von KVB und Stadtverwaltung keinen größeren Kapazitätszuwachs als eine oberirdische Lösung mit sich bringen. Dafür aber, fügt DIE LINKE hinzu, wird eine große Verschwendung von Geld und Personal in Kauf genommen, das Stadt und KVB eigentlich für Ausbaumaßnahmen in den Stadtteilen benötigen, die zum Teil schon seit Jahrzehnten überfällig sind.

Protest bei der “Bürgerbeteiligung” und Vorstellung der Ost-West-Bahn in Köln

 

Der Protest baut sich auf: am 29.06. ein breites Bündnis gegen den Tunnelbau, für einen schnellen Ausbau des KVB-Netzes und für eine Abkehr von den derzeitigen Plänen.

 

 

Es geht auch gerecht, und DIE LINKE.Köln hat es ausgerechnet. Warum soll nicht jeder Tag fahrscheinlos sein?
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Wir haben diesen Vorschlag beispielhaft durchgerechnet: Wenn

  • alle Einwohner*innen zwischen 18 und 80 Jahren (außer den Studierenden, die das Semesterticket haben) 30 Euro im Monat als Abgabe bezahlen würden (die Transferleistungs-Bezieher unter ihnen lediglich 20 Euro),
  • die Arbeitgeber monatlich 10 Euro für jede*n ihrer Arbeitnehmer*innen,
  • die Übernachtungsgäste in Hotels pro Nacht 5 Euro

dann könnten alle Menschen in Köln Busse und Bahnen ohne Ticket nutzen, und die KVB stünde finanziell besser da als heute.)
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Warum ein Tunnel, wenn ein oberirdischer Ausbau preiswerter, schneller und genauso wirksam ist?

Die Tunnellösung hat vor allem einen Sinn: Die Stadtbahnen unter die Erde zu bringen, um dem Autoverkehr unsere Straßen zu überlassen. Gelder des öffentlichen Nahverkehrs sollen zweckentfremdet werden zur Subvention des Autoverkehrs. Die „autogerechte Stadt“ ist eine ungerechte Stadt: Fließender und ruhender Autoverkehr ist platzaufwendig, schadstoffreich, schmutzig, laut, und teuer. Öffentlicher Nahverkehr in Köln sollte dagegen absolute Vorfahrt haben!

Absolute Vorfahrt für öffentlichen Nahverkehr in Köln!

In einer volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ist der öffentliche Nahverkehr günstiger als die Erhaltung und/oder gar der Ausbau von Straßen für Autos. Die Fahrt mit dem Auto ist heute oft erforderlich, wo KVB und S-Bahn fehlen oder versagen. Denn zur Dämpfung steigender Kosten wurde das öffentlichen Netz ausgedünnt, die Taktzeiten verschlechtert, Personal und Verkehrsmittel eingespart. Heute haben KVB und S-Bahn daher den Ruf, oft unzuverlässig zu sein. Die Orientierung des öffentlichen Nahverkehrs auf Rendite verkehrt seinen Zweck: Die gerechte Bereitstellung von Mobilität für alle Bürgerinnen und Bürger. Wenn die Straßenbahn nur fährt, wenn die Fahrgastzahl sich rechnet, wird damit gesagt: Manche Stadtteile sind uns egal, manche Leute lohnen sich für uns nicht. Und das ist beschämend. Weder sollen Verbraucherinnen und Verbraucher, noch die Beschäftigten im öffentlichen Verkehr auf der Strecke bleiben. Und letztendlich werden auch die übrig bleibenden Autofahrten bei einem gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr schöner: durch weniger Staus und mehr Platz.

Der Autoverkehr ist in den Städten der wichtigste Verursacher von Umweltverschmutzung, Ressourcenverbrauch, Klimawandel. Er macht krank: Ob durch Lärm, Feinstaub, Stress. Statt im Stau zu stehen könnten wir alle durch eine gut vernetzte Stadt spazieren. Das ist nicht nur gesund und energieeffizient, sondern stärkt das gesellschaftliche Miteinander. Das heute viele Menschen sich Mobilität angesichts des schlechten und zu teuren Angebots der KVB nicht leisten können, widerspricht dem Sinn von öffentlichem Nahverkehr. Diese Preise seien angeblich notwendig. Aber: auch die Großbetriebe, zum Beispiel PKW-Hersteller und Kaufhäuser, sind Nutznießer der Mobilität, die öffentlich bereitgestellt wird. Sie sollten ihren Teil dazu beitragen. Die KVB zählen zu den teuersten Nahverkehrsunternehmen in Deutschland. Wer diese teuren Preise zahlt, hat auch Anspruch auf eine gute Gegenleistung. Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ist notwendig, teilweise seit Jahrzehnten. Mit dem Argument, dass Geld und Personal fehlen, wird er immer wieder verschoben.

Bleiben wir an der Sonne: Für einen oberirdischen Ausbau der KVB hin zu einer gerechten Mobilität.

Für eine sozial-ökologische Verkehrswende in Köln!

DIE LINKE. KÖLN wird weiterhin die Forderung nach fahrscheinlosem öffentlichen Nahverkehr und einem sozial-ökologischen Ausbau der KVB in den Rat, die Parlamente und die Straßen tragen. Und das nicht nur zu den Wahlen.

Und Sie können das ebenso:

 

 

  • am 29.06. protestiert ein breites gesellschaftliches Bündnis gegen den geplanten Tunnel und für einen bürgergerechten Ausbau unserer Stadt.
  • Und am 30.06. findet um 11:00 Uhr im Rathaus die Abschluss-Veranstaltung zur „Bürgerbeteiligung Ost-West-Trasse“ statt: Nehmen Sie teil und bringen Sie ihre Stimme für verkehrspolitische Vernunft ein!

 

Weil wir es alle wert sind. Werden wir nicht müde zu fordern:

  • Wir brauchen einen umlagefinanzierten fahrscheinlosen Öffentlichen Personennahverkehr! Öffentliche Mobilität ist Pflicht!
  • Schnell das KVB-Netz ausbauen, anstatt Geld und Personal für einen Ost-West-Tunnel zu verschwenden!
  • Für eine Stadtbahnanbindung für Esch, Pesch und Auweiler mittels verlängerter Linie 5 über den Longericher Bahnhof!
  • Her mit einer neuen Haltestelle Niehler Straße/Gürtel, damit die neuen Wohngebiete in Chorweiler und Nippes einen guten Stadtbahnanschluss haben!
  • Und ja zur Busspur vom Deutzer Bahnhof über Zoobrücke und Innere Kanalstraße bis zur Universität!
  • Mehr Linien, kürzere Taktzeiten auch in den Randbezirken!