Wieso Verdrängung? Und wie können wir sie verhindern?Viele Mieter*innen fürchten sich vor Verdrängung aus ihrer Wohnung und ihrem Quartier. Unmittelbare Ursachen sind steigende Mieten, oft in Folge von Modernisierungen, und die Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen.

Nach langem Zögern hat die Stadt nun endlich für das Severinsviertel eine Soziale Erhaltungssatzung beschlossen. Das ist gut. Aber reicht das? Die tieferliegenden Ursachen der Verdrängung werden durch dieses Instrument des Städtebaurechts nicht angegangen: die Jagd des Immobilienkapitals nach bestmöglicher Verwertung des eingesetzten Kapitals.

Der marxistische Stadtforscher Neil Smith hat in seiner Theorie der Ertragslücke (rent gap) aufgezeigt, dass Verdrängung ein strukturelles Produkt des kapitalistischen Grundstücks- und Wohnungsmarktes ist. Sie ist das Ergebnis einer bewussten Investitionsstrategie des privaten Kapitals, die teils durch staatliche Programme unterstützt wird.

Wir reden mit Dietmar Aigner, Mitgründer der Bürgerinitiative „Severinsviertel erhalten“, über die Möglichkeiten und Grenzen, die Entwicklung im Severinsviertel über eine Soziale Erhaltungssatzung im Sinne der Mieter*innen zu beeinflussen. Er sagt: „Die Erhaltungssatzung löst nicht umfassend das Problem der Verdrängung. Aber sie ist ein wichtiges Werkzeug der Stadt, um in den Markt einzugreifen und Mieter*innen zu schützen.“

Dr. Günter Bell, Stadtplaner und Sozialwissenschaftler, stellt uns die Theorie der Ertragslücke vor. Er sagt: „Verdrängung ist das Wesen der wohnungswirtschaftlichen Inwertsetzung alter Quartiere und kein ungewollter Nebeneffekt.“

Montag, 26. Oktober 2020, 19:00 Uhr
online über BigBlueButton: https://live.die-linke-koeln.de/b/hgb-dpr-z6w

Anschließend freuen wir uns auf Fragen, Kommentare und Diskussionen. Mehr Infos schon jetzt unter:

severinsviertelerhalten.de | Debatten zur Frage in der Zeitschrift Suburban 2019-03

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Datum: 26.10.2020

Uhrzeit: 19:00 - 21:30

Veranstaltungsort:
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Veranstaltet von: AG Schulung und Bildung